Wappen

Schriftgrößen

aAaAaA

Chronik

historische Ansicht

Ansicht von Osten (ca. 1910)

Der Name „Spessart“ (von Spechts-hart = Spechts-Wald) wird erstmals im Jahr 839 genannt. Damals war das Innere des Spessarts wohl unbesiedelt. Um die Jahrtausendwende begann der Spessart als Jagdgebiet für Könige und Kaiser interessant zu werden. Dies hatte zur Folge, dass die Fürsten ihr Personal, das sie zur Jagd brauchten, dort auch ansiedelten.

Ab etwa dem Jahr 1400 begannen die Glasbläser mit der Gründung von Glashütten in unserem Gebiet. Bereits 1432 ist von vier Glashütten die Rede, welche dem Rothenbücher Forstmeister Abgabe zu zahlen hatten. Wahrscheinlich waren dies die Hütten, aus denen sich dann Heigenbrücken, Habichsthal, Neuhütten und Krommenthal entwickelt haben. Die erste urkundliche Erwähnung von Heigenbrücken findet sich 1477 als „Heygerbruch“ in der Errichtungsurkunde der Pfarrei Wiesthal.

In Heigenbrücken mag die erste Glashütte am Zusammenfluss der kurzen Lohr und dem Dorfquell, der früher neben dem Gemeindehaus als Brunnen gefasst war, gestanden haben. Sicherlich hat auch die "Hüttenwiese" ihren Namen von dieser Glashütte. Bezeichnend ist auch, dass das älteste Haus Heigenbrückens dort ganz in der Nähe steht. Es ist das alte Fachwerkhaus gegenüber vom Rathaus und es trägt im Keller auf einem Türsturz die Jahreszahl 1562. Außer dem Umstand, dass Heigenbrücken bis ins 20. Jahrhundert ein bettelarmes Dörfchen blieb, gibt es aus dieser Zeit nichts zu berichten.

Eine Wende für Heigenbrücken konnte nur der Anschluss an die Außenwelt durch die Schaffung von Verkehrswegen bringen. Die Steinindustrie von Heigenbrücken war ursprünglich kein Versuch der Spessartbewohner, einen neuen Erwerbszweig zu finden, sondern war eine Verordnung von oben. Als Mitte des 19. Jahrhunderts durch der Bau der Eisenbahnlinie der günstige Verkehrsanschluss geschaffen worden war, begannen sich die Verhältnisse allmählich zum Besseren zu wenden. Die Steinindustrie erfuhr ihre Hochblüte, weil die Produkte nun leicht verkauft werden konnten. Das Holz war jetzt einfach abzutransportieren und der Beruf des Waldarbeiters gewann an Bedeutung. Auch die Eisenbahn brachte viele Heigenbrückener Arbeitsplätze. Die größte Bedeutung hatte die Bahnlinie aber für den Pendelverkehr nach Aschaffenburg und in den Raum Frankfurt, wo noch heute der Großteil der Bevölkerung seinen Arbeitsplatz hat.

Durch die Bahnstation und die damit verbundene Öffnung begann sich in Heigenbrücken auch der Fremdenverkehr zu entwickeln. Wichtige Stationen dieser Entwicklung waren der Bau des ersten Freischwimmbades im Spessart (1929), die nach dem Krieg im Winterloch stattfindenden Skisprungwettbewerbe, Errichtung des Wildgeheges im Bächlesgrund (Ende der 60er Jahre), die Eröffnung des Kur- und Rehabilitationszentrums im Jahr 1977 sowie des Anlegen des Kurparks Mitte der 80er Jahre. Der etwa 5 km von Heigenbrücken entfernt liegende Ortsteil Jakobsthal verdankt seine Entstehung ebenfalls den Glasbläsern. Im Jahr 1972 konnte Jakobsthal sein 300-Jähriges Bestehen feiern.

Im Rahmen der Gebietsreform fand im selben Jahr dann der Anschluss von Jakobsthal an Heigenbrücken statt. Heute bilden die Gemeinden Heigenbrücken und Heinrichsthal eine Verwaltungsgemeinschaft, die ihren Sitz in Heigenbrücken hat.